Wie Gott mich führt, so will ich gehn

Bischof Ralph Wittich besuchte die kleine vogtländische Gemeinde Lengenfeld. Einer der Höhepunkte des Gottesdienstes war die Segensspendung zum Fest der diamantenen Hochzeit.

Bereits vor dem Gottesdienst stimmte die Instrumentalgruppe die Gottesdienstbesucher gefühlvoll ein mit dem Lied „Wie Gott mich führt, so will ich gehn“. Bischof Wittich legte der Predigt das Bibelwort Lukas 10, 20 zugrunde, wo es heißt: „Doch darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind. Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.“

Die Jünger waren begeistert über ihre scheinbare Macht, denn sie heilten in Jesu Namen Kranke und trieben Geister aus. Jesus selbst holte sie von dieser „Erfolgswelle“ herunter, denn solche irdische Freude ist nicht nachhaltig, sondern vergänglich. „Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind“ – so lauteten deshalb seine Worte.

Was ist echte Freude in Jesus Christus?

Der Grund wahrer Freude ist unsere Hoffnung auf eine Zukunft bei Gott. Wir freuen uns, dass Jesus Christus für alle Menschen gestorben und auferstanden ist. Er hat aus Liebe seinen Heiligen Geist gesandt, der diese Freude in uns lebendig macht und die Hoffnung immerzu wach hält. Erwählt zu seinen Kindern, hat er unsere Namen in das Buch des Lebens geschrieben. Diese Hoffnung gibt uns Kraft, in unserem Leben durchzuhalten, denn nicht jeder Tag ist freudig. Manchmal läuft man Gefahr, ungerecht zu werden oder auch launisch zu sein. In diesen Situationen wollen wir uns auf die göttliche Freude besinnen. Gott schenkt uns Gnade durch das Verdienst Jesu Christi und Kraft durch die Hinnahme des Heiligen Abendmahles. Daraus schöpfen wir immer wieder neue Motivation für den Alltag. Die Erkenntnis, dass Gott immer da ist, dass er allgegenwärtig ist, stellt die Basis unseres Wissens: Gott hat uns lieb! Schon Apostel Paulus rief der Gemeinde Philippi zu: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“ (Philipper 4,4). Niemand soll uns abhalten, uns am Herrn zu freuen – das gilt für uns auch heute noch.

Gottes Liebe ist stetig, weil Gott die Liebe ist. Diese Liebe ist keiner Laune unterworfen, wie bei uns Menschen manchmal. Gottes Liebe soll sich in unserer Dankbarkeit und Liebe zum Herrn in unserem Leben widerspiegeln. Das lässt sich ganz praktisch tun im Pflegen der Gemeinschaft. Zum Beispiel ist Singen ein Loben Gottes; durch unsere Gebete können wir helfen und einen „Engel“ zu anderen schicken, die Hilfe brauchen und Freude benötigen. Schon ein Sprichwort bringt diese echte Freude auf den Punkt:

„Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu andrer Glück,
denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigne Herz zurück.“

Bischof Wittich gab dem diamantenen Paar das Bibelwort Römer 12,12 mit auf den Weg: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“

In heutiger Zeit sind 60 Ehejahre keine Selbstverständlichkeit mehr. Trotz Leid, Krankheit und schwieriger Lebenssituationen hat das Jubelpaar nie das Glaubensziel aus den Augen verloren, denn ihre Gotteskindschaft war und ist ihre Motivation, welche sie hat immer vorwärts schauen lassen. Viele Jahre als Kinderlehrer und Priester in der Gemeinde hat Pr. i. R. Kurt Werlich dem Herrn gedient und seine Ehefrau Maria war ihm stets eine unermüdliche Stütze an seiner Seite.

Text/Fotos: K.Mr.